COVID-19 Faktencheck: Wird an der Uni Wien zum Coronavirus geforscht?

Der Mikrobiologe der Universität Wien antwortet in der Videoreihe "COVID-19: Faktencheck mit Michael Wagner" auf Fragen rund um das Coronavirus. Heute erzählt er über die Forschung an der Uni Wien rund ums Virus im Rahmen Vienna COVID-19 Diagnostics Initiative und die neuen Testverfahren, die dabei entwickelt werden, wie z.B. die Gurgelmethode, die vor allem zum Nachweis des Coronavirus bei Kindern sinnvoll ist.
medienportal.univie.ac.at/corona

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Das Zentrum für Mikrobiologie und Umweltsystemwissenschaft
engagiert sich auf vielen Ebenen bei der Bekämpfung von COVID- 19 und dem neuen Coronavirus.
Da wir einen stark molekularbiologischen Hintergrund haben, haben wir uns vor allem fokussiert
auf den Nachweis von dem neuen Coronavirus
und engagieren uns in dieser Vienna COVID-19 Diagnostic Initiative,
die von Alwin Köhler geleitet wird und da sind 20 Institute aus dem Wiener Raum,
die dort zusammen mit viel freiwilliger Arbeit eine High-throughput pipeline
aufgebaut haben. Zum Nachweis des neuen Coronavirus
Also wir können ca. 2.000 Tests am Tag durchführen und wir können das relativ einfach "upscalen"
auf bis zu 4.000 Tests. Wir engagieren uns auch im neuen
Probenahmeverfahren, das wird entwickelt im Rahmen dieser Pipeline.
Zum Beispiel haben wir ein Gurgelverfahren entwickelt, um leichter Proben nehmen zu können.
Also nicht durch diesen Abstrich durch die Nase, der dann schmerzhaft ist und mühsam,
sondern man kann einfach durch gurgeln von einer ungiftigen Salzlösung
genug Probenmaterial gewinnen, um sehr sensitiv das neue Coronavirus,
mit vergleichbarer Sensitivität zum Abstrich nachweisen zu können.
Das ist insbesondere natürlich auch attraktiv, wenn man an Kinder denkt,
weil da ist so eine Abstrich-Probenahme natürlich besonders schwer zu vermitteln.
Dann haben wir Tests im Abwasser, das machen wir mit Forscher*innen der TU Wien.
Wo wir im Abwasserproben nachschauen wollen, welche Mengen an neuen Coronaviren vorkommen.
Das soll natürlich so ein Frühwarnsystem werden für das neue Coronavirus.
Wo man einfach sagen kann, hier ist Abwasserstrang und da hängt ein Altersheim dran.
Wenn man dann merkt, dass das neue Coronavirus drin ist oder in der Konzentration ansteigt,
gegenüber einem vorigen Messzeitpunkt, dann wäre das ein schneller Hinweis darauf,
dass in dem entsprechenden Entsorgungsgebiet, das da gesammelt wird
in dieser Abwasserleitung, dass man dort vielleicht vermehrt testen sollte oder nachschauen sollte,
wo es da zu einem Hotspot kommen könnte.

Transcript

Das Zentrum für Mikrobiologie und Umweltsystemwissenschaft engagiert sich auf vielen Ebenen bei der Bekämpfung von COVID- 19 und dem neuen Coronavirus.
Da wir einen stark molekularbiologischen Hintergrund haben, haben wir uns vor allem fokussiert auf den Nachweis von dem neuen Coronavirus und engagieren uns in dieser Vienna COVID-19 Diagnostic Initiative, die von Alwin Köhler geleitet wird und da sind 20 Institute aus dem Wiener Raum, die dort zusammen mit viel freiwilliger Arbeit eine High-throughput pipeline aufgebaut haben. Zum Nachweis des neuen Coronavirus Also wir können ca. 2.000 Tests am Tag durchführen und wir können das relativ einfach "upscalen" auf bis zu 4.000 Tests. Wir engagieren uns auch im neuen Probenahmeverfahren, das wird entwickelt im Rahmen dieser Pipeline.
Zum Beispiel haben wir ein Gurgelverfahren entwickelt, um leichter Proben nehmen zu können.
Also nicht durch diesen Abstrich durch die Nase, der dann schmerzhaft ist und mühsam, sondern man kann einfach durch gurgeln von einer ungiftigen Salzlösung genug Probenmaterial gewinnen, um sehr sensitiv das neue Coronavirus, mit vergleichbarer Sensitivität zum Abstrich nachweisen zu können.
Das ist insbesondere natürlich auch attraktiv, wenn man an Kinder denkt, weil da ist so eine Abstrich-Probenahme natürlich besonders schwer zu vermitteln.
Dann haben wir Tests im Abwasser, das machen wir mit Forscher*innen der TU Wien.
Wo wir im Abwasserproben nachschauen wollen, welche Mengen an neuen Coronaviren vorkommen.
Das soll natürlich so ein Frühwarnsystem werden für das neue Coronavirus.
Wo man einfach sagen kann, hier ist Abwasserstrang und da hängt ein Altersheim dran.
Wenn man dann merkt, dass das neue Coronavirus drin ist oder in der Konzentration ansteigt, gegenüber einem vorigen Messzeitpunkt, dann wäre das ein schneller Hinweis darauf, dass in dem entsprechenden Entsorgungsgebiet, das da gesammelt wird in dieser Abwasserleitung, dass man dort vielleicht vermehrt testen sollte oder nachschauen sollte, wo es da zu einem Hotspot kommen könnte.